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Landesregierung in den Bezirken: Auftakt im Wipptal

24.03.2026, 12:25

Fachkräftemangel im Pflegebereich, Oberschulzentrum, Mobilität als große Themenbereiche bei Sitzung der Landesregierung am 24. März in Sterzing

Sondersitzung der Landesregierung am 24. März in der Villa Linde in Sterzing (von links): Bürgermeister Sebastian Hlefer (Ratschings), Bürgermeister Peter Volgger (Sterzing), Bürgermeisterin Verena Überegger (Freienfeld), Landesrat Christian Bianchi, Landesrat Hubert Messner, Bürgermeister Stefan Gufler (Pfitsch), Landesrätin Magdalena Amhof, Bürgermeister Martin Alber (Brenner), Landesrat Marco Galateo, Landesrätin Rosmarie Pamer, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrätin Ulli Mair, Bürgermeister Thomas Klapfer (Franzensfeste), Landesrat Daniel Alfreider, Landesrat Philipp Achammer und Landesrat Peter Brunner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Sondersitzung der Landesregierung am 24. März in der Villa Linde in Sterzing (von links): Bürgermeister Sebastian Hlefer (Ratschings), Bürgermeister Peter Volgger (Sterzing), Bürgermeisterin Verena Überegger (Freienfeld), Landesrat Christian Bianchi, Landesrat Hubert Messner, Bürgermeister Stefan Gufler (Pfitsch), Landesrätin Magdalena Amhof, Bürgermeister Martin Alber (Brenner), Landesrat Marco Galateo, Landesrätin Rosmarie Pamer, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrätin Ulli Mair, Bürgermeister Thomas Klapfer (Franzensfeste), Landesrat Daniel Alfreider, Landesrat Philipp Achammer und Landesrat Peter Brunner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

STERZING (LPA). Zur Halbzeit der Legislaturperiode 2024-2028 treffen sich LandeshauptmanArno Kompatscher und die Mitglieder der Landesregierung bei Sondersitzungen in den Bezirken mit den Präsidentinnen und Präsidenten der Bezirksgemeinschaften sowie den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Breitgefächert war die Themenpalette bei der ersten Sitzung dieser Reihe am 24. März in Sterzing

"Dieses Treffen hat die Erwartungen erfüllt, es war ein sehr guter Austausch", unterstrich Kompatscher bei der anschließenden Pressekonferenz. "Die Mitglieder der Landesregierung haben bei dieser Sitzung vor allem zugehört, um sich mit den Verwaltern auf institutioneller Ebene vor Ort auszutauschen. Wir wollen die Sondersituationen des Wipptals berücksichtigen und werden Mittel und Wege finden, auch den bezirksspezifischen Herausforderungen Rechnung zu tragen." Als Politiker sei man ständig unter den Menschen, hob der Landeshauptmann hervor und wies darauf hin, dass er wie alle Mitglieder der Landesregierung viel in Südtirol unterwegs sei und dabei vor allem Vereine und Verbände, Gruppen und Einzelpersonen treffe. 

"Es ist für uns von zentraler Bedeutung, gemeinsam mit der Landesregierung neue Wege vorzubereiten", betonte der Präsident der Bezirksgemeinschaft Wipptal Martin Alber: "Denn wir wollen, dass die Situation bei uns so behandelt wird, wie sie ist: Wir sind ein sehr kleiner Bezirk mit speziellen Problemen, die sich etwa bei den Arbeitsplätzen durch die Grenznähe ergeben. Es gilt, im Hinblick auf die Sozialbetreuer und Pflegehelfer neue Lösungen zu finden. Oder etwa die Verkehrsproblematik mit allen Hauptverkehrsadern, die durchs Wipptal ziehen."

Pflegeberufe: Dezentrales Angebot der Berufsschulen stärken

Ein zentrales Thema waren Soziales und Bildung. So wurde der Bedarf an Pflegepersonal  besprochen: Auch im Wipptal sei der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften hoch, berichtete Alber, vor allem aufgrund der Nähe zu Österreich und dem dortigen flexibleren und attraktiveren Arbeitsmarkt erfahre diese Problematik im Wipptal eine besondere Verschärfung. Dieser Herausforderung soll in Südtirol unter anderem über eine Stärkung der Ausbildung entgegengetreten werden. Gesetzliche Änderungen auf Staatsebene hätten das Ende der berufsbegleitenden Ausbildung durch private Trägerogranisationen bewirkt, erklärte dazu Soziallandesrätin Rosmarie Pamer: "Menschen, die einen Pflegeberuf erlernen möchten, brauchen rechtliche Sicherheit, um gut arbeiten zu können. Darum bauen wir verstärkt auf das qualitativ hochwertige und zuverlässige Angebot der beiden Landesfachschulen für Sozialberufe 'Hannah Arendt' und 'Emmanuel Levinas'."

Dort wird neben der Vollzeitausbildung auch eine berufsbegleitende und dezentrale Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen, auch jenen der Pflegehelferin und des Pflegehelfers angeboten. So besteht derzeit die Möglichkeit, die Ausbildung in Bruneck, Schlanders, Meran, Bozen oder Brixen blockweise zu absolvieren. Der Organisationsplan der Ausbildung wird mit den Verantwortlichen des Sozial- und Gesundheitsbereichs vereinbart. Studierende können bereits im Pflegebereich tätig sein, vor einiger Zeit wurde dafür das Berufsbild "Pflegehelferin/Pflegehelfer in Ausbildung" eingeführt. "Unsere Berufsschulen sind ein wichtiger Garant für eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung“, hob Bildungslandesrat Philipp Achammer hervor. Dabei sei der Austausch mit den sozialen Einrichtungen, wie Seniorenwohnheimen oder Sozialdiensten, wichtig, um gemeinsam machbare Lösungen zu finden.

Parallel zur Stärkung des (dezentralen) Angebots der Landesfachschulen für Sozialberufe werde an weiteren Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Mitarbeitenden im Pflegebereich gearbeitet, unter anderem bei den derzeit laufenden Vertragsverhandlungen, informierte Landesrätin Pamer.

Perspektiven für das Oberschulzentrum im Wipptal

Zum Oberschulzentrum "Michael Gaismair" in Sterzing unterstrich der Landeshauptmann, dass es gelte, diese wichtige Bildungseinrichtung in ihrer Entwicklung weiter zu stärken. Es werde nach Lösungen gesucht, dem Sportgymnaisum eine langfristig auch finanziell gesicherte Perspektive zu geben, sagte Kompatscher.

Im Fokus stand der geplante Abbruch und der Neubau der Dreifachturnhalle als zentrales Infrastrukturprojekt mit Investitionen von 15,5 Millionen Euro. Gleich drei Projektvarianten hatte Hochbaulandesrat Christian Bianchi vor wenigen Tagen vor Ort vorgestellt. Ebenso wurde mit den Vertretungen der Schule und dem Sterzinger Bürgermeister Peter Volgger erörtert, wie die Infrastrukturen weiterentwickelt können. Die 1985 errichtete Turnhalle des Oberschulzentrums weist nach fast 41 Jahren Mängel an Technik und Bau auf. Auch bei Zugänglichkeit und Energieeffizienz gilt es nachzubessern. Das Land saniert und erweitert nun die Turnhalle, um die Qualität der Räume und die Funktionalität der Sportanlage zu verbessern. Dadurch könne die Turnhalle effizienter, sicherer und komfortabler genutzt werden, so Bianchi.

Zudem hat die Landesregierung für das Oberschulzentrum die teilweise Finanzierung der neuen Aula Magna genehmigt. Dabei beteiligt sich das Land mit einem Miteigentumsanteil von 15 Prozent an den Baukosten und den technischen Spesen und investiert somit rund 2,5 Millionen Euro. "Wir wollen in moderne und funktionale Strukturen schaffen, die den Bedürfnissen der Jugendlichen und der Gemeinschaft gerecht werden", betonte Bianchi.

Verkehr: Sichere Straßen und Weiterentwicklung der Öffis

Das Wipptal steht aufgrund seiner engen Tallage und stark frequentierter Hauptverkehrsachsen vor großen Herausforderungen. Gemeinsam arbeiten das Land und die Gemeinden im Wipptal daran, die Situation nachhaltig zu verbessern.

"Mit dem LKW-Durchfahrtsverbot in Gossensass und Mauls konnten wir einen ersten wichtigen Schritt erreichen, um die Dörfer vom Durchzugsverkehr zu entlasten. Für weitere Erleichterungen arbeiten wir weiter an den Umfahrungen von Gossensass und Mauls, deren Planungen derzeit konkretisiert werden. Parallel dazu wollen sowohl die Straßeninfrastruktur sicher und gut befahrbar halten, aber vor allem auch den öffentlichen Verkehr zielgenau weiterentwickeln ", sagte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit der Bahnhöfe Sterzing-Wiesen-Pfitsch und Brenner. Am Bahnhof Sterzing-Wiesen-Pfitsch werden derzeit Maßnahmen umgesetzt, um einen barrierefreien Zugang für alle Nutzerinnen und Nutzer deutlich zu erleichtern. Das Landesamt für Infrastrukturen und nachhaltige Mobilität und die Sta Südtiroler Transportstrukturen AG planen in Abstimmung mit den Gemeinden Sterzing und Pfitsch die qualitative Umgestaltung der Bushaltestelle, samt Anbindung des Radweges und Schaffung von südtirolmobil-Rad-Abstellboxen. Der Straßendienst des Landes hat die Sanierung des Oberbaus und die Asphaltierung eines weiteren Abschnitts der Staatsstraße auf den Jaufenpass (SS 44). Auf der Brennerstaatsstraße (SS 12) sind für 2026 abschnittsweise Belagsarbeiten vorgesehen.

Auch Großprojekte wie der Brennerbasistunnel (BBT) bleiben im Blick. Der BBT werde eine Revolution auch für den Personenverkehr bringen, sagte Kompatscher, denn "Innsbruck wird ein Südtiroler Bahnhof". Zugleich entstehe eine Riesenchance für den Bezirk, entsprechend gelte es, die Dienste aufzustellen, sagte Kompatscher.

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